Kommentar: Fossile Energiekrise: Aus der Vergangenheit nichts gelernt
Die Erdölkrise von 1973 gehört zu meinen prägendsten Kindheitserlebnissen. Treibstoff wurde knapp und teuer. Als Gegenmaßnahme verfügte die Regierung autofreie Tage und die sogenannten Energieferien. Was war passiert? Als Reaktion auf die Unterstützung Israels durch den Westen reduzierten die arabischen Ölstaaten die Förderung um fünf Prozent. Die Folgen waren dramatisch. Nun wiederholt sich dieses Szenario. Durch die wechselseitige Sperre der Straße von Hormus ist das weltweite Ölangebot schlagartig gleich um 20 Prozent gesunken. Während im Jahr 1973 der Anteil des Erdöls an Österreichs Energieverbrauch bei 58 Prozent lag, ist er inzwischen auf rund ein Drittel gesunken. Sind wir auf dem richtigen Weg? Nein! Denn bedingt durch die langjährige Steigerung des Energiebedarfs verbrennen wir jetzt genauso viel Erdöl wie damals. Dabei hätten wir ausreichend Zeit für den Umstieg auf erneuerbare Energien gehabt. Doch zur Freude und zum Nutzen der Erdölmultis geht der Photovoltaik-Ausbau nur zögerlich voran. Windräder gelten vielerorts als Teufelszeug, Geothermie scheitert oft an rechtlichen Hürden und die Mobilitätswende kommt nicht so recht vom Fleck. Dabei gingen hier Klimaschutz und Versorgungssicherheit Hand in Hand.
