Der Elektroschrottberg wächst: Kreislaufwirtschaft
Europas Elektronikkonsum wächst ungebremst, doch noch immer werden zu wenige Altgeräte ordnungsgemäß gesammelt oder recycelt. Umweltorganisationen fordern deshalb eine ehrgeizige Reform der EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE). Im Jahr 2023 wurden in der Europäischen Union mehr als 14 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte verkauft. Damit stieg ihr Verkauf seit dem Jahr 2012 um 89 Prozent, was in der Folge zu mehr Elektroschrott geführt hat. Der wird allerdings nur unzureichend gesammelt und wiederverwertet. So wurden im vergangenen Jahr in der EU nur 5 Millionen Tonnen E-Schrott erfasst, das sind gerade einmal 4,4 Prozent mehr als 2022. Die Sammelquoten bleiben in vielen EU-Ländern viel zu niedrig. Kurze Produktlebenszyklen, erschwerte Reparaturen und falsche Entsorgung verschärfen das Problem zusätzlich. In Europa wird ein Mobiltelefon im Schnitt nach drei Jahren ersetzt. Eine konsequente „Erweiterte Herstellerverantwortung“ (EPR), bei der die Hersteller verpflichtet werden, Standards für Reparatur und Wiederverwendung einzuhalten, würde die Sammelquoten verbessern und Ressourcen schonen.
