Schwerpunkt

Klimaangst

Schon oft gehört ?

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„Die Klimakatastrophe ist unausweichlich!“

Nein. Ein kurzer Ausflug in die Geschichte: Die Stadt London wurde in den 1660er Jahren 
von grausamen Pestwellen heimgesucht, sie brannte nahezu vollständig ab und man befürchtete eine neue Eiszeit, wegen der immer kälteren Winter. Statt des allgemein erwarteten Welt­untergangs kam eine Blütezeit. Das aufgeklärte London hörte auf die Wissenschaft und setzte deren Erkenntnisse um, von der Kanalisation zum Seuchenschutz bis hin zu Bauvorschriften zum Brandschutz. Die Stadt wurde schöner und lebenswerter. Warum sollte uns heute 
nicht Ähnliches gelingen?

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„Wetter hat es immer gegeben“

Es ist eine natürliche Reaktion, angesichts einer so großen Aufgabe wie des Kampfes gegen die Klimakatastrophe zu hoffen, es sei vielleicht alles nur ein Irrtum. Wir haben es aber nicht mit den Zufälligkeiten des sich wandelnden Wetters zu tun, sondern mit einer gut dokumentierten und präzise vorherge­sagten Klimaerhitzung. Je stärker wir die Augen davor verschließen, desto größer wird das Problem. Warum begreifen wir es nicht als Chance, heute etwas zu ändern, solange die negativen Folgen der Klimaänderung noch vergleichsweise gering sind?

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„Wenn die Chinesen nichts tun, ist unser Beitrag sinnlos …“

In diesem Argument vermischen sich Ohnmacht und Ressentiment. Tatsächlich gibt es nicht „die Chinesen“, sondern Menschen, die in China leben und sich auch wegen der Klima­katastrophe sorgen. Und sie tun sogar viel dagegen: Die Erneuerbaren sind zur bedeutendsten Energiequelle des Landes geworden und in wenigen Jahren konnte ein Hochgeschwindigkeitszugsystem errichtet werden. Sollten wir uns im Kampf gegen die Klimakrise 
nicht als Weltgemeinschaft erleben?

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„Die Klimakrise muss mit technischer Innovation gelöst werden.“

Dieser Gedanke fußt auf einem geradezu kindlichen Rückzug: „Jemand, der schlauer ist als ich, wird das Problem für mich lösen.“ Ganz fraglos werden technische Neuerungen wichtig sein, aber die notwendigen Änderungen eines sozialen und ökologischen Umbaus können nicht vollständig an andere übertragen werden. Warum die Klimakrise nicht als gemeinsame Aufgabe betrachten, die durch technische, soziale und politische Maßnahmen bewältigt wird?