AK-Studie: Zur Ökobilanz von E-Autos 
und was wir darüber erfahren

Die Diskussion um Herstellerangaben bei Pkw („Abgasschwindel“) hat Schwächen bei der Verbrauchsinformation nur allzu deutlich aufgezeigt. Dies gilt auch für Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb (BEV), bei denen Käuferinnen und Käufer noch Vertrauensdefizite vor allem bei Reichweite und ökologischer Gesamtbilanz haben. Gleichzeitig bestehen aber hier auch besonders hohe Erwartungen an Umwelt- und Klimaschutz.

Das ist Ausgangspunkt für die Studie des Umweltbundesamtes, die 2019 erstellt wurde. Sie untersucht die offiziellen Verbrauchsangaben von 33 strombetriebenen Pkw-Modellen, die in Österreich im Segment der Kleinst- und Kleinwagen, Kompakt- sowie der Ober- und Luxusklasse angeboten werden. In einem zweiten Schritt wurde der Realverbrauch von sieben Modellen aufgrund der konkreten Erfahrungen von Fahrerinnen und Fahrern überprüft. Auf Basis dieser Ergebnisse werden grundsätzliche Überlegungen zur Energieeffizienz von „Stromern“ angestellt, die vom Fahrzeuggewicht bis zur Ökobilanz entlang des gesamten Lebenszyklus (Stromproduktion, Fahrzeug, Batterie) reichen. Sie ergeben ein gesamthaftes Bild der „Klimatransparenz“, die es in Österreich bis dato noch nicht gab.

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BEV weisen im Vergleich zu fossil angetriebenen Fahrzeugen eine um den Faktor 3 höhere Energieeffizienz im Fahrbetrieb auf. Diese kann zudem durch das individuelle Nutzungsverhalten beeinflusst werden. 
Der Vergleich zwischen den BEV-Modellen zeigt nennenswerte Unterschiede im Stromverbrauch auf. So verbrauchen größere und schwerere BEV tendenziell deutlich mehr Strom im Fahrbetrieb als kleinere und leichtere Fahrzeuge. Gleiches gilt für den Energieeinsatz für die Herstellung von Fahrzeug und Batterie, der mit zunehmendem Fahrzeug- und Batteriegewicht steigt. 

Im Fahrbetrieb stoßen BEV kein Gramm des klimaschädlichen Kohlendioxids aus. Was aber Konsumentinnen und Konsumenten vorenthalten wird: Auch die Gesamtökobilanz inklusive der Herstellung spielt eine Rolle, wenn man den Klimaschutz ernst nehmen will. Bei der Gesamtökobilanz (Betrieb und Herstellung von Auto und Batterie) ist ein BEV der Kompaktklasse (beispielsweise VW Golf) bei österreichischem Strom-Mix mit rund 106 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer deutlich im Vorteil gegenüber dem Golf Diesel mit 215 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Aber je kleiner das E-Auto und seine Batterie, desto besser ist die Gesamtökobilanz. Ein E-Auto der Luxusklasse wie der Tesla XP etwa, stößt 120 Gramm pro Kilometer aus, fast dreimal so viel wie der kleine Smart Fortwo mit nur 
44 Gramm. Für die gesamthafte Berechnung wurde ein chinesischer Strommix bei der Batterieherstellung, ein europäischer Strommix bei der Fahrzeugherstellung und ein österreichischer Strommix angenommen, dem eine Fahrleistung von 15.000 km zugrunde liegt.  

Großer Einfluss auf die Gesamtenergieeffizienz des Fahrzeuges über den gesamten Lebenszyklus kann also bereits beim Kauf des Fahrzeuges genommen werden. Eine dahingehend ganzheitliche Beurteilung als Basis für die Kaufentscheidung ist für die Konsumentin bzw. den Konsumenten derzeit allerdings aufgrund fehlender Angaben nicht möglich.